Soay Schafe als unsere Landschaftspfleger

Im Frühjahr 2017 konnten wir drei herrlich schöne und noch ganz junge Soay Schafe bei uns begrüßen, diese -zwar vorerst noch kleine- Herde besteht aus einem prächtigen Bock mit schon eindrucksvoll starken Hörnern -wir nennen ihm Toni- und zwei Auen, diese Schafdamen heißen Gini und Pia. Was anfangs eher als Pilotprojekt gestartet wurde, wurde nunmehr zu einer dauerhaften Einrichtung. 

Soay Schafe sind eine ganz besonders seltene, überaus hübsche, aber auch eine sehr robuste Schafrasse. Im Aussehen ähnlich wie Mufflons, allerdings deutlich kleiner, jedoch sehr mutig und kampfstark, kommt denen ein ungebetener Besucher ins Gehege so senkt der Bock unverzüglich den Kopf und kann somit jederzeit einen Angriff starten.   

Seit schon mehr als 5.000 Jahren leben diese Tiere hermetisch abgeschieden auf der von Menschen unbewohnten schottischen Insel Soay, daher auch deren Name. Diese sehr pflegeleichten, aber auch sehr scheuen Tiere brauchen weder gemolken, noch geschoren zu werden und sind bei der Futterwahl ausgesprochen genügsam. Ihr Lieblingsfutter sind Akazienblüten und auch Akazienäste, wobei diese Tiere selbst deren Stacheln nicht verschmähen. Im Winter brechen sie sogar leidenschaftlich gerne Eis und Schneedecken auf um darunterliegende Mose und Wurzeln zu erreichen, also noch echte und reine Wildtiere mit Urinstinkt. Vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Spätherbst hinein sind diese Tiere ausgesprochene Selbstversorger, im Winter werden Heu und Zuckerrüben zugefüttert, als Leckerlis bekommen sie täglich sechs bis acht Äpfeln. 

In unserem Bienen- und Hausgarten werden diese Tiere als reine Landschaftspfleger eingesetzt, somit können Rasentraktor und Balkenmäher immer mehr in Vergessenheit geraten.    

 Ein weiser Spruch lautet:

Willst Ruhe und Schlaf, so halte dir Bienen und Schaf,

denn Bienen und Schaf, ernähren ihren Herrn im Schlaf 


Sommerquartier im Bienengarten

 

Mittlerweile wohnen und leben unsere beiden Soya Damen Gini und Pia mit Toni als ihrem Beschützer in unserem absolut naturbelassenen Bienengarten, haben dort beachtliche 10.000 qm Wald, Wiese und Obstgarten zur Verfügung. Gesichert ist diese Anlage mit einem vierfach extra starken Elektro Weidezaun, der Grund dafür sind die immer näher heranrückenden Wölfe aus der Altensteiger Region.  Als Unterstand steht ein für Fluchttiere wie diese Schafe eben sind ein nach vorne offenes Shelter Weidezelt zur Verfügun, was auch sehr gerne angenommen wird.  

 


Ein kleines Lamm

 

Pünktlich am Pfingstsonntag kam der Storch nicht mit leerem Schnabel, im Körbchen brachte er uns ein allerliebstes Lämmchen mit. 

 

Mama und dem noch ungetauften Baby geht es blendend, sein Vater, der edle Soay Bock Toni hat das Kleine sofort voll und ganz akzeptiert. Auch Pia als Tante und somit Schwester der Schafmutter wacht liebevoll über die wachsende Herde, wäre schön, bekäme auch sie noch ein Schafbaby.

 

Welch wertvolle Arbeit die Tiere leisten erkennt man auch daran, dass seit deren Einzug in unserem Bienengarten Motor- und Balkenmäher absolut unnütz herumstehen. Ist mitunter auch ein kleiner, aber doch auch wertvoller Beitrag um unsere Natur von Lärm und Abgase zu entlasten. 


Abermals erfreulicher Nachwuchs

 

Unsere Schafherde bekam verspäteten, jedoch höchst erfreulichen Zuwachs, Pia, unser erst 13 Monate junges und eher zartes Schaf -Aue, wie man weibliche Schafe nennt- wurde pünktlich am 21. Juni und somit exakt zum Sommerbeginn völlig überraschend Mama eines kleines und noch sehr zarten Lämmchens. Aue und Lamm geht es bestens, das Kleine säugt fleißig, offenbar hat es den Ehrgeiz in der wachsenden Herde einmal eine wichtige Rolle einzunehmen.

 

Diese Schaffamilie bleibt nun noch bis zum Spätherbst weiterhin in unserem Bienengarten stationiert, folglich wird das Winterquartier bezogen. Dies wird ein eigens adaptierter Stall in unserem Hausgarten sein, wobei diese Tiere jederzeit und uneingeschränkten Freigang in den hinteren steilen Landschaftsbereich haben. Dies war eine ehemalige Schottergrube, teilweise von uns übernommen, noch stark verwuchert, hier wird unsere Schafe ebenfalls für Ordnung sorgen.