TBH - Top-Bar-Hive

eine andere Art um naturnah zu imkern

 

Ständig auf der Suche nach eher „nicht ganz gewöhnlichen Beuten“ für unseren Bienengarten bin ich zufälligerweise auf die TBH Methode gestoßen. Mit Holz und Säge zu arbeiten ist eine meiner Leidenschaften, also war auch schon der Entschluss geboren mir solch eine solch seltene Beute zu bauen.

 

Im Originalplan der Bayrischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau wurde zwar versprochen, dass TBH´s nur aus wenigen Holzteilen bestehen und an sich relativ leicht und unkompliziert angefertigt werden können, leider die Wirklichkeit sah aber bedeutend anders aus. Sämtliche Beuten aus meinem imkerlichen Betrieb wurden stets von mir selbst angefertigt, aber keine der bisherigen Bienenwohnungen verlangte aufgrund der Schrägstellung der Seitenwände solch ein präzises arbeiten. Auch wurden nicht nur wie beschrieben „wenige Holzteile“ benötigt, sondern zumindest 3 m²  Doka Schalungstafeln in der Stärke von 28mm, 16 lfm 35 x 10 mm Leisten und  14 lfm Dreikantleisten. All dies war jedoch völlig egal, denn solch ein TBH Prachtstück musste her,

koste es was es wolle!

 

Kürzlich wurde nun mein neuer Stolz fertiggestellt und unmittelbar vor dem Bienenhaus deponiert. Beim streichen waren erfreulicherweise meine beiden Enkelinnen eine wertvolle Stütze, besonders originell finde ich deren beider Händeabdrucke, sowie das lustige Smilie. Um nun diese doch ganz besondere Beute auch nach oben bestens zu schützen, wurde sogar eine Spenglerei mit einer olivgrünen Dacheindeckung beauftragt.

 

Mittlerweile wohnen schon seit einigen Jahren die ersten Bewohner in dieser neuen Herberge, glücklich und zufrieden liefern sie uns Jahr für Jahr köstlichen Wabenhonig.

Ein Bienenschwarm der ganz besonderen Art


Am 2. Mai war es auch schon soweit, "wo Bienen sind, fliegen Bienen zu", heißt es doch so schön, offenbar wusste auch dessen Königin wo ihr mit ihrem Volk allerbeste Betreuung zuteil wird, also landete sie mit einem gewaltig großen Anhang auf einem Apfelbaum in unserem Bienengarten.  Dieser Schwarm war ein sogenannter Nachschwarm, wie wir Imker  zu einem Schwarm mit Jungkönigin sagen. Die Bienen selbst waren überaus freudlich und völlig sanft, zudem genau jene Rasse mit der auch wir imkern, nämlich der Apis Mellifera Carnica.

 

Etwas Wasser aus einer Sprühflasche um beginnenden leichten Regen vorzutäuschen ließen den Schwarm sofort eng zusammenrücken. Der Ast auf dem es sich der Schwarm vorerst gemütlich machte wurde etwas heruntergebogen, ein kleiner Ruck genügte um den Abenteuern in der bereit stehenden TBH ein neue Bleibe anzubieten.

Eine kurze Kontrolle am Abend zeigte auch schon überaus zufriedene Bienen, wurden doch bereits die ersten Herzerl (Waben) gebaut und auf dem Flugloch herrschte eitle Wonne. Unserem neuen Schützling wird es nun in unserem Bienengarten garantiert an nichts fehlen.


Einfach unglaublich was dieses Volk schafft!

              

Nach dem einschlagen dieses Schwarmes sind nunmehr bereits vier Wochen vergangen, offenbar fühlen sich diese Immigranten in unserem Bienengarten nach wie vor überaus wohl, die bereits beachtliche Anzahl von 14 Waben zur Gänze ausgebaut. Brut findet man in allen Stadien und zudem auch noch Unmengen von köstlichem Wabenhonig. 

 

Insgesamt haben in dieser riesigen TBH Beute 31 Rähmchen Platz. Geht man davon aus, dass jede Wabe zumindest 3 Kg Honig beinhaltet, kann sich vorstellen was solch ein riesiger Naturschwarm tatsächlich zu leisten vermag.  

 

Das  TBH Volk  im  Herbst

 

Hier sieht man die TBH Beute im Herbst bei traumhaft schönem Wetter inmitten eines Fetthennenfeldes in unserem Bienengarten stehen.

Beachtliche 26 von den insgesamt 31 Rähmchen wurden zur Gänze ausgebaut, zumindest die Hälfte davon waren Brutwaben, die andere Hälfte war mir leckerem Honig aus der Robinie, Linde und Sonnenblume gefüllt. Für uns selbstverständlich, durfte dieses stolze Volk den ganzen Honig für sich behalten.

 

Übersteht dieses einmalige Volk auch den kommenden Winter, werden wir ob der überaus günstigen Eigenschaften eine eigene Zuchtserie anlegen.