Erfolgreich zu imkern setzt nicht nur optimale Standorte voraus, sondern verlangt auch noch ein ganz besonderes imkerliches Gespür.

 

In den nachfolgenden Beiträgen werde ich versuchen unsere Betriebsweise zu schildern.

 

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 Königin sicher zusetzen, ist dies überhaupt möglich?

 

Jawohl, dies ist tatsächlich möglich, möchte ich dazu nur sagen und benötigt wird lediglich ein nur wenige Cent teurer Aufsteckkäfig, der zudem immer wieder Verwendung finden kann. Der im Bild gezeigte Aufsteckkäfig ist solch ein kleines Wunderding und wie sehr praktisch dieses Königin zusetzen tatsächlich geht, dies werde ich nun etwas näher beschreiben.

 

Benötigt wird lediglich eine Brutwabe mit bereits schlüpfenden Jungbienen, was in der Regel natürlich keinerlei Problem darstellt. Auf diese Brutwabe wird nun ganz sachte der Aufsteckkäfig angedrückt, idealerweise sollte damit nicht nur schlüpfende Brut abgedeckt sein, sondern auch noch ein kleiner Honig- sowie Pollenbereich erreicht werden.

 

Wurde nun dieser Aufsteckkäfig auf der Brutwabe fixiert, so öffnet man den Verschluss und lässt die Königin einlaufen. Nun Verschluss zu und die Königin sitzt auch schon im sicheren Gewahrsam, somit kann diese Brutwabe auch schon wieder ins Volk zurückkommen.

 

Was passiert nun: Die im Aufsteckkäfig schlüpfenden Bienen kommen direkt mit der Königin in Kontakt, diese kennen nichts anderes, also geht von denen keinerlei Gefahr aus. So bestens mit Honig versorgt, füllt sich nun dieser Käfig stetig mit Jungbienen. Jene Bienen außerhalb des Käfigs können es schon sehr bald nicht erwarten ihre jungen Damen einschließlich der Königin auch außerhalb des Käfigs begrüßen zu können. Ist dies tatsächlich der Fall, also die Bienen außerhalb des Käfigs nicht aggressiv agieren, so kann auch schon der Verschluss geöffnet werden und wer nun will, also Biene um Biene kann vollkommen problemlos ins Freie gelangen.

 

Einfach, billig, praktisch und vollkommen sicher, eine wirklich empfehlenswerte Anschaffung

 

 Ableger direkt mit Apidea-Zuchtkästchen erstellen.

  

Geht dies überhaupt, werden sich nun so manche ImkerInnen fragen, ich darf jedoch versichern, mit etwas imkerlicher Aufmerksamkeit geht dies ganz wunderbar.

 

Dazu nehme ich eine komplette einzargige Beute, also Anflugflugbrett, Boden, Zarge, usw,. An die linke Seite der Zarge kommen im Mai zwei, im Juni drei und im Juli vier verdeckelte Brutwaben inkl. aller aufsitzenden Bienen, den Abschluss bildet eine schöne und völlig leere Randwabe, wir nehmen bei Jungvölker niemals Futterwaben von anderen Völker, ist also eine gewisse Art der Gesundheitsvorsorge. Hat man keine leeren Randwaben zur Hand, gehen natürlich auch Mittelwände (MW).

 

Nun kommt das Apidea-Zuchtkästchen ohne Deckel in die Beute hinein, die Klarsichtscheibe bleibt jedoch drauf, sie wird lediglich um etwa einen Zentimeter zurückgeschoben. Diese zwar kleine, aber doch sehr wichtige Maßnahme trägt ganz erheblich zum besseren Bienenaustausch zwischen Apidea und BW bei. Um keine Bienen zu drücken, sollte man das Apidea natürlich auf zwei Hölzchen stellen, meine sind 200 x 10 x 10 mm.

 

Als nächstes kommt nun das obligate 1 kg Futterglas rein, welches ebenfalls auf zwei Holzstäbchen zum stehen kommt. Nun nur noch das Propolisgitter und den Deckel drauf, sowie das Flugloch einengen, dies sollte unter keinen Umständen breiter als 10 mm sein. Was passiert nun: Sehr schnell vermischen sich die Bienen aus den verdeckelten BW mit jenen Bienen aus dem Apidea-Zuchtkästchen. Der noch jungen Königin passiert dabei überhaupt nichts, hat sie doch nach wie vor ihre Beschützer und getreuen Anhang aus dem Apidea-Zuchtkästchen. Nach nur wenigen Tagen verlässt sie infolge Platzmangels das doch relativ kleine Apidea und steigt auf die leere Brutwabe über, hier beginnt sie unverzüglich mit der Eiablage, somit ist Vereinigung bereits vollzogen.

 

Dieses Rennpferd für das neue Jahr sollte man nun besser für einige Tage in Ruhe lassen, jedoch beim Flugloch beobachten ob Pollen eingetragen wird, ist dies der Fall, ist auch schon alles bester Ordnung und der junge Ableger kann nach geraumer Zeit sukzessive erweitert werden. Hierzu tauscht man in regelmäßigen Abständen von etwa drei bis vier Tagen das leere Futterglas gegen ein volles. Bei der Gelegenheit kann sogleich mit einer MW erweitert und die Brut im Auge behalten werden.

 

In der Folge wird ausschließlich mit MW erweitert und dies Woche für Woche, bzw. bei jeden Futterglaswechsel. Tüchtige Königinnen und fleißige ImkerInnen schaffen auf diese wirklich praktische Weise locker ein vollwertiges Wintervolk.

 


 Eine Königinnenzucht wie sie sein soll

 

 Um das beste Zuchtmaterial aus dem eigenen Betrieb zu eruieren wird jeder Eingriff im Volk in einer Stockkarte festgehalten, die Bewertung geht hier von vier –sehr gutes Volk- bis eins –bei Gelegenheit aufzulösen.

Wenn nun auf diese Weise das beste Volk eruiert ist, kann man bereits Mitte April mit der eigentlichen Zucht beginnen. Benötigt werden hierzu: Zuchtrahmen mit bereits vorgefertigten Weiselnäpfchen, Umlarvlöffel, Schwarmkisterl inkl. Einfülltrichter, ¼ l Becher und ein Wasserzerstäuber.

Vier Tage vor dem eigentlichen umlarven gebe ich eine bereits bebrütete helle Leerwabe ins Zentrum des besten Zuchtvolkes. Diese Wabe wird von der Königin unverzüglich bestiftelt, somit ist das Zuchtmaterial optimal vorbereitet. Diese Wabe wird am vierten Tag entnommen und das eigentliche umlarven kann bereits beginnen. Wenn nun die jungen Larven in die Weiselnäpfchen umgebettet sind, kommt dieser Rahmen unverzüglich in die Lagerbeute zur weiteren Versorgung.

 

 Lagerbeute, oder auch 100.000 Bienen-Volk 

 

Diese Beute ist im Normalfall einräumig, kann jedoch nach Bedarf beliebig erweitert werden. Sie fasst 20 Rähmchen ÖBW und wird während der Zucht ausschließlich mit verdeckelten Brutwaben ohne der aufsitzenden Bienen versorgt. In einer einzigen verdeckelten Brutwabe befindet sich die beachtliche Anzahl von 5.500 Brutzellen, sobald diese Brut geschlüpft ist werden diese nunmehr leeren Waben unverzüglich gegen volle Brutwaben aus anderen Völkern ausgetauscht. Man kann sich sicherlich vorstellen, welch enorme Bienenmasse sich in dieser Beute befindet.

Diese gewaltige Bienenmasse ist insofern wichtig, da diese Beute nichts anderes als ist als das Pflegevolk, gewissermaßen der Starter. Jeden Montag kommen zwei Zuchtrahmen mit jeweils 26 Weiselzellen zum versorgen der jungen Larven in diese Beute. Diese beiden Rahmen verbleiben nun bis zum kommenden Montag in der Lagerbeute. Startet sieben Tage später eine neue Zuchtserie, so werden die mittlerweile verdeckelten Weiselzellen mit Lockenwicklern geschützt und die beiden Rahmen kommen in ein Finishvolk. Jährlich werden auf diese Weise bis sieben Serien a 52 Weiselzellen gezüchtet.

Bei uns gibt es also zweierlei Möglichkeiten um zu jungen Königinnen zu kommen, einerseits die Methode mit Weiselzellen aus den Zwischenablegern und andererseits durch Umlarven.


 

ZWA –Zwischenableger erstellen, so geht´s

  

Während der Löwenzahn- und Rapsblüte sind unsere Völker schon sehr stark, es ist nun völlig normal, wenn eben diese starken und vitalen Bienen versuchen sich zu vermehren. Während viele andere ImkerInnen deswegen verzweifelt sind und Schwärme unter allen Umständen zu verhindern versuchen, machen wir uns dieses vermehren wollen mittels ZWA –Zwischenableger- sogar zunutze.

 

Um Schwärme zu verhindern gibt es bekanntlich mehrere Methoden, eine davon wäre die Völker rechtzeitig zu schröpfen, was ich nicht für sehr gut finde, werden doch die Wirtschaftsvölker damit zu sehr geschwächt. Eine weitere Möglichkeit wäre Schwarmzellen auszubrechen, dies ist allerdings sehr riskant, übersieht man auch nur eine einzige Zelle so schwärmen die Bienen mit der alten Königin ab, wir ImkerInnen sagen dazu Vorschwarm. Diese Art der Schwarmverhinderung ist nicht nur sehr riskant, sondern auch überaus arbeitsintensiv, muss doch jede einzelne Brutwabe aufs genaueste auf Schwarmzellen untersucht werden. Es gäbe natürlich noch weitere Möglichkeiten um das schwärmen der Völker zu verhindern, dies würde allerdings den Rahmen doch zu sehr sprengen.

 

Nun zu unserer ZWA-Methode: Erkennen wir bei der Durchsicht der Völker Weiselzellen, wobei es völlig egal ist ob offen, oder bereits schon geschlossen, kommt unverzüglich der ZwD -Zwischendeckel- zum Einsatz, somit teilen wir dieses Volk in zwei völlig eigene Bereiche. Sämtliche Brutwaben einschließlich der vorjährigen Königin -wir haben außer den Zuchtköniginnen grundsätzlich nur Nulljährige Königinnen- werden entfernt und kommen in der Folge nach oben. Unten und somit beim bisherigen Flugloch kommen ausschließlich jüngste Waben, mitunter auch Mittelwände -auch hier haben wir niemals ältere als Waben aus dem Vorjahr- und ganz genau ins Zentrum kommt eine verdeckelte Brutwabe mit lediglich einer einzigen Schwarmzelle. Hier muss man etwas aufpassen, auf dieser Brutwabe darf sich keine junge Brut und schon gar keine Eier befinden, somit haben diese Bienen keinerlei Möglichkeit mehr um Nachschaffungszellen zu errichten. Ist nun Volltracht bekommt jenes Volk mit der Weiselzelle, also das untere Volk, zwei Räume mit Leerwaben, ist Läppertracht bzw. die Volltracht neigt sich dem Ende zu, genügt ein Raum vollkommen.

 

Auf diesen Leerwabenraum kommt nun der Zwischendeckel der einem eigenes und kleines Flugloch aufweist, sowie eine weitere Zarge welche die Brut einschließlich der Königin beinhaltet. Hier genügen zumeist 10 Waben, sollten mehr BW sein, so könnten diese für die Lagerbeute, oder was auch immer Verwendung finden.

                               

Nun passiert folgendes: Sämtliche Flugbienen kehren zum gewohnten unterem Flugloch zurück und finden dort lediglich leere Waben mit eben dieser einen WZ vor. Nachdem dieses Volk keinerlei Brut zu pflegen bzw. zum füttern hat, wird der eingebrachte Honig vollständig eingelagert. Das obere Volk mir der Königin verliert folglich nahezu sämtliche Flugbienen, was einen ganz gewaltigen Aderlass bedeutet. Mangels Flugbienen ist es diesem Volk nun völlig unmöglich auszuschwärmen, somit werden die Weiselzellen unverzüglich ausgebissen und der Schwarmtrieb erlischt sofort. Ist nun die junge Königin geschlüpft und in Eilage, so kann das obere Volk als Ableger entfernt werden, es empfiehlt sich die Königin gegen eine junge zu tauschen.

 

So einfach wie sich diese Methode zur Schwarmverhinderung liest, so dermaßen einfach ist sie auch.

 


 Begattungskästchen, bzw. wo unsere jungen Königinnen

vorerst wohnen und zur Hochzeit ausfliegen 

  

Am Vortag des Schlüpftermins, also am 16. Tag nach der Eilage wird jedes Apidea Begattungskästchen mit einem vollen ¼ l Becher Bienen befüllt.  Nach etwa ein bis zwei Stunden werden entweder die schlüpffertigen Weiselzellen durch das kleine Loch der Klarsichtscheibe gesteckt, oder eine bereits vorzeitig und in aller Eile geschlüpfte Jungkönigin darf beim Flugloch einlaufen. Damit dieser jungen Dame nicht irrtümlich der Einlass verwehrt wird, muss sie vorher ein von mir erzwungenes Honig-Wasserbad nehmen. Man weiß ja, junge Damen die wunderbar nach Honig riechen dürfen selbst die überaus strengen Wächterbienen anstandslos passieren.

 

Wenn nun alle jungen Weiselzellen auf diese Weise versorgt sind kommen sämtliche Kästchen für drei Tage in in einen kühlen und dunklen Keller. Nun völlig ungestört bildet sich auf diese Weise die Grundlage für ein kräftiges und vitales Bienenvolk. Am vierten Tag kommen diese Begattungskästchen entweder zu meinem Außenstand, oder eben in eine Belegstelle.

 Jungvolkstation, die Babywiege unserer jungen Rennpferde

 

 Jungvölker, bzw. junge Rennpferde, wie Altmeister Karl Pfefferle schon sagte, müssen sich ab der Erstellung bis zu den kommenden Trachten im Frühjahr bewähren, erst dann kommen sie als Wirtschaftsvölker zum harten Arbeitseinsatz.

 

Wir verwenden dazu vier Waben-Beuten in welche drei Brutwaben und eine Mittelwand zum ausbauen kommen. Zu diesen Brutwaben kommt zu Beginn der Ablegersserie, also im Mai eine Weiselzelle, ab Juni eine frisch geschlüpfte, oder noch besser eine bereits begattete Königin.

 

Diese Jungvölker bekommen natürlich unsere besondere Pflege und Sorgfalt. Zu deren besonderem Gedeihen sorgt ein ständiger kleiner Futterstrom, auch dürfen diese Völker durch nichts und niemanden gestört werden. Ist die Mittelwand fertig ausgebaut und die junge Königin hält ihre Erwartungen ein, wird es sehr bald höchst an der Zeit um dieses Kleinvolk in eine 10 Rahmen-Beute umzulogieren.

 

Somit wurde durch unserer Hand aus einem winzigen Ei eine Weiselzelle, diese folglich in ein Apidea Begattungskästchen  gebracht, weiter ging es zum vorhin beschriebenen 4-Waben-Ableger und  letztendlich entsteht daraus ein tüchtiges Wirtschaftsvolk.

 

 Apis mellifera carnica, unsere zwar brave, aber auch auferzwungene  Biene

  

In der glücklichen Situation, dass es bis vor einigen Jahren in unserer Region ausschließlich die graue Apis mellifera carnica Biene gab, war das Rassenthema hier eigentlich niemals wirklich ein Thema. Dies änderte sich jedoch schlagartig als die ersten Erwerbsimker die Buckfastbiene ins Land brachten. Persönlich habe ich gegen diese Biene keinerlei Aversionen, ganz im Gegenteil sogar, denn als Wanderimker bei dem die Honigernte absolut vorrangig ist, ist mir an sich die sammelfreudigste Biene am wichtigsten.

Die Königinnen werden überwiegend selbst gezüchtet, zur Blutauffrischung werden fallweise von sehr guten Züchtern einige wenige  Königinnen zugekauft. Diese Maßnahme soll natürlich stets frisches Blut herbeischaffen.

Unsere Standorte

  

Seit Jahrzehnten gibt es einen Heimbienenstand und seit etwa 1995 einen Außenbienenstand . Zusätzlich betreut jedes erwachsene Familienmitglied seine eigenen Stände in unserer Schmidataler Region,  zudem wird im Umkreis von bis zu 300 km gewandert.

 

Im Außenstand befindet sich auch unsere Zuchtstation mit dem Muttervolk, einer Lagerbeute und dem Finisher. Dieser Standort eignet sich auch bestens als Zuchtstation, jährlich werden dort eine stattliche Anzahl von Jungköniginnen Standbegattet.

Wie vorhin schon erwähnt  und um unsere Produktpalette bedeutend zu erweitern wird alles angewandert was nur irgendwie lohnenswerte Tracht verspricht, so z.B. Raps, Akazie, Linde, Edelkastanie, Kürbis, Phacelia, Sonnenblume, Wald und Goldrute.

 

Unsere Beute

    

Bienen werden ausschließlich in der 10 Rahmen fassenden Magazinen der österreichischen Breitwaben Beute gehalten, komplettiert werden diese mit hohem Boden, Zwischendeckel, Rahmen mit losem Absperrgitter, und Deckel. Sämtliche Teile werden aus Holz des   Sägewerks Frey-Amon im Wullersdorf, aber auch aus Doka Platten selbst angefertigt, wobei natürlich die Farbe mit einem Bandschleifer restlos entfernt wird. Diese Platten sind an sich Schalungstafeln die im Baugewerbe Verwendung finden, sind 28mm stark und absolut Verwindungsfrei. Der gelbe Anstrich ist vollkommen ungefährlich, dies ist lediglich eine Öl-Harz Imprägnierung. Diese Platten sind an sich sehr teuer, halten dafür aber auch unglaublich lange. Manche werden dies nun möglicherweise nicht glauben, aber meine ältesten Magazine sind immerhin bereits weit mehr als dfündundreißig Jahre alt!

Bisher wurden die einzelnen Teile genagelt, seit kurzem kommen 70mm Spannplattenschrauben zum Einsatz. Die Bodenunterseite besteht aus 20mm Schiffbodenbrettern, selbstverständlich befindet sich rückwärts ein Putzkeil. Höchste Priorität haben bei diesen Beuten Zwischenböden zur Schwarmverhinderung.

Jeweils neun Beuten stehen in Freiausstellung auf 20cm breiten Schalsteinen und 12cm starken und vier Meter  langen Staffeln. Als Abdeckung dient  eine 4 x 1,5 m Plane, diese werden mit starken Gummizügen gehalten.
  

Milbenbekämpfung im Herbst

  

Unmittelbar nach der Rückwanderung bekommen die Bienen bereits die erste Dosis 15ml 85%ige Ameisensäure im Schwammtuchverfahren von oben verabreicht. Die Erfolgskontrolle wird mit einer Varroawindel und einem Varroagitter gemacht. In der Regel genügen drei Behandlungen im Abstand von jeweils einer Woche.

Die Restentmilbung erfolgt je nach Wetterlage und wird zumeist im November oder Dezember mittels Oxalsäureverdampfer durchgeführt,  eine  einzige 1 Gramm Tablette reicht für jedes Volk vollkommen aus, zu dessen verdampfen steht  ein Transformator mit fünf Anschlüssen zur Verfügung. Mit diesem Verdampfer können gleichzeitig fünf Völker auf einmal behandelt werden, als Energielieferant dient hierzu ein tragbarer Stromgenerator.

 
Betriebsweise im Herbst


Etwa Ende Juli kommen unsere Völker aus den diversen Wandergebieten zurück und werden ab diesem Zeitpunkt nur mehr einräumig geführt. Dieses einräumig führen erleichtert die Milbenbehandlung mit der Ameisensäure, aber auch das einfüttern ganz erheblich. 
 
Königinnen die um diese Zeit Schwäche erkennen lassen werden umgehend gegen junge ausgetauscht, dabei werden vier der entbehrlichsten Waben entfernt und ein Apidea Kästchen mit junger Königin in den freien Raum gestellt. Königinnenverluste finden mit dieser Methode nahezu nie statt.


 

Erste arbeiten im Frühjahr

 

Stichtag bei ist stets der Josefitag, also der 19. März, ab diesem Zeitpunkt ist der Schabermeißel und der Raucher startklar. Beim ersten warmen Frühjahrstag, also wenn man sich im Freien bereits mit dem aufgekrempelten Hemdsärmeln wohl fühlt, werden die Völker geöffnet und Ordnung ins Brutnest gebracht. Dies heißt nun, über den Winter wandern manche Brutnester immer wieder an den Rand der Beute, hier würde die Brutentwicklung natürlich nicht wie gewünscht verlaufen. Sollten bei diesem Eingriff allenfalls noch voll verdeckelte Honigwaben aufgefunden werden, so werden diese kurzerhand mit der E-Gabel aufgeritzt. Dieses aufritzen bewirkt einen ungeheuren Brutanreiz, wird auf diese Weise den Bienen doch bereits Volltracht vorgetäuscht. Etwa um den 10. April muss bereits  erweitert werden, zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Völker bereits 7 – 8 Brutwaben, die Königin käme nun bereits in ärgste Platznot.

Wie wird erweitert: vorbereitet werden jeweils eine Zarge, acht MW und lediglich zwei ausgebaute Waben. Außer einer verdeckelten Brutwabe bleibt sämtliche Brut im untersten Raum, anstatt dieser einen Brutwabe kommt nun ins Zentrum des untersten Raumes eine MW, nun folgt der zweite Raum. Die beiden ausgebauten Waben kommen jeweils an den Rand, dann vier MW, anschließend die verdeckelte BW und nun wird der noch freie Raum mit drei MW aufgefüllt, fertig ist nun das ganze! Man wird staunen, wie rasch und unverzüglich alle acht gegebenen MW ausgebaut und bestiftelt werden.

 

Der zweite Frühjahrseingriff

   

Etwa um den 20. April kann man bereits den dritten Raum, also den eigentlichen Honigraum geben. Diesen Eingriff darf man sicherlich als den am weitaus schwierigsten des ganzen Jahres bezeichnen.

Abermals benötigt man eine Zarge, acht MW und zwei Leerwaben. Nun heißt es zügig zu arbeiten. Zuerst hebt man den zweiten Raum ab, dann den ersten. Anstelle des ersten Raumes kommt nun der ehemals zweite, nun der einstige erste Raum und das neue Magazin mit ausgebauten hellen Leerwaben. Vorläufig wird ohne Absperrgitter gearbeitet, nach Ende der Schwarmzeit trennt dieses Gitter Brut- und Honigräume. 

 

 

 

 

Das Gesetz der 40 Tage

 

40 Tage, so lange dauert es bis aus einem winzigen Ei eine Sammelbiene wird. Wenn wir Bienenbetreuer dieses Gesetz beherzigen, kann der Honigertrag mitunter erheblich gesteigert werden.

Gerade im Frühjahr haben vorausschauende imkerliche Arbeiten allerhöchste Priorität. Wenn ich also meine Trachtsituationen kenne und somit weiß, dass ab etwa 25. April der Raps zu blühen beginnt und spätestens drei Wochen nachher die Robinie, so darf ich natürlich nicht müssig oder wenig einsatzfreudig sein. Hier die Völker bei ihrer Entwicklung sich selbst zu überlassen käme weder den Bienen, noch unserer Geldbörse wirklich zugute. Gerne möchte ich hier auch ein konkretes Beispiel anführen: Zur Saatgutvermehrung werden immer wieder zu einem bestimmten Zeitpunkt Bienenvölker benötigt, aber nicht nur der Landwirt sollte zu diesem Zeitpunkt möglichst viele Bienen zur optimalen Bestäubung zur Verfügung haben, sondern auch ich selbst benötige eine große Anzahl von Trachtbienen für eine möglichst hohe Honigernte.

Noch einmal zurück zum Raps: Wenn ich also hochrechne, dass ab dem 25. April möglichst viele Sammelbienen zur Verfügung stehen sollen, so muss ich also schon ab dem 15. März mit dem vortäuschen einer Tracht beginnen. Manche werden nun aufschreien und sagen reizfüttern bringt nichts, denn die Entwicklung eines Volkes kann ein Imker nicht, oder nur sehr schwer steuern. Möglicherweise haben die Recht, aber ich für meine Person bin ganz fest davon überzeugt, dass man sehr wohl ein Bienenvolk steuern und in ihrer Entwicklung beistehen kann.

Bienen sind Sparmeister, wenn von draußen aus welchen Gründen auch immer nichts, oder nur sehr wenig hereinkommt, so werden nur sehr ungern verdeckelte Honigzellen geöffnet, Honig ist nun einmal das höchste Gut der Bienen. Um nun etwas Tracht zu signalisieren, gibt es mehrere Möglichkeiten die Bienen zu täuschen. Ohne die Völker im Frühjahr öffnen zu müssen bietet sich Futterteig, aber auch flüssige Fütterung an. Bei fortgeschrittener Erwärmung kann man aber auch allfällig noch verdeckelte Futterwaben mit einer Gabel öffnen, dies um eine ergiebige Tracht vorzutäuschen. Der angenehme Nebeneffekt dabei ist, dass das Winterfutter sehr schnell einer zügigen Verwertung zugeführt wird.